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Drei Forts bei Palma. Forts und Küstenbatterien im Süden Mallorcas

Text und Bilder: Heinz Schramm

Die kontinuierliche Weiterentwicklung von Befestigungs-anlagen, die durch die Wechselwirkung zwischen der Widerstandsfähigkeit der Festungswerke und der gesteigerten Leistung der Angriffsmittel - besonders der Artillerie - bestimmt wurde, lässt sich mitunter an Orten nachvollziehen an denen man es auf den ersten Blick nicht vermuten würde. Der Süden Mallorcas ist solch ein Ort.

 

 

Fort Col d’en Rebassa: Einschüsse im weichen Gestein der KaponniereFort Col d’en Rebassa: Einschüsse im weichen Gestein der Kaponniere

Die Bastionen und Kurtinen der Enceinte, die Palma seit dem Ende des 16. Jahrhunderts im Halbbogen umschlossen, sind längst geschleift. Der ehemalige Verlauf ist im Stadtplan an den ein- und ausspringenden Winkeln der Avingudas leicht auszumachen, die dort nach dem Abriss der Wälle angelegt wurden. Die erhaltenen Teilstücke der Küstenfronten östlich der Kathedrale sowie die Eckbastion “Es Baluard“ zeugen von der einstigen Mächtigkeit der Stadtbefestigung.

Beim Vergleich historischer Stadtansichten des Zeitraumes von 1596 bis 1831 ist festzustellen, dass außer einem Kronwerk und zwei Ravelins keine weiteren Verstärkungen durch Außenwerke vorgenommen wurden.

Bedrohungen aus dem Inneren der Insel scheinen weniger befürchtet worden zu sein; wohl aber von See her, erst durch Piraten, später durch feindliche Flotten. Deshalb verlagerte sich der Bau von Verteidigungsanlagen zur Küste, zunächst in Form von Wachtürmen und Strandbatterien.

 

Befestigungen von Palma um 1715 (Plan von Francois de Bezin)

 

Die erste größere Verstärkung erfolgte 1662 mit der Errichtung des Castillo de San Carlos. Ein bereits von König Felipe III in Auftrag gegebener Wachturm westlich von Palma wurde nach Planungen des Militäringenieurs Vicente Mut in den Neubau des bastionierten Forts mit einbezogen. Eine Erweiterung erfuhr die Anlage 1881 mit der Fertigstellung einer neben dem Fort angelegten Batteriestellung für vier 15cm Geschütze. Die nach Plänen von Mariano Esteban Gomez erbauten Anlagen umfassten noch ein kleines Fort an der Küste und einen dorthin führenden - durch eine Kaponniere gesicherten - ausgemauerten Graben.

Die gegen Ende des 19. Jahrhunderts beschlossene Modernisierung der Befestigungsanlagen durch vorgeschobene Werke an der Küste war nötig geworden, weil die Artillerietechnik mit  Hinterladergeschützen und drallstabili-sierten Langgeschossen erheblich an Leistungsfähigkeit in Bezug auf Reichweite und Zerstörungskraft gewonnen hatte. Herausragende Beispiele dieser Befestigungsperiode sind die ab 1885 geplanten und in den neunziger Jahren des 19. Jahrhunderts erbauten Forts von Illetas, Col d’en Rebassa und Cap Enderrocat, deren architektonische Besonderheiten später im Reisebericht noch ausführlich gewürdigt werden sollen. Dass diese Forts bereits vor ihrer Fertigstellung - nach Einführung von Nitro-Pulvern für Treibladungen und Geschossfüllungen - als veraltet bezeichnet werden müssen, sei hier nur am Rande erwähnt.

Ab 1912 plante das spanische Militär - dem weltweiten Trend folgend - die Aufstellung schwerer Haubitzen oberhalb der Bucht von Refeubeitx im Westen und am Cap Regana östlich von Palma. Die Batterien für je vier 24cm Haubitzen waren zum Teil erst gegen Ende der 1920’er Jahre komplett einsatzbereit. Da in der geheimen deutschen Dienstvorschrift [1] über die spanischen Küstenbefestigungen von 1941 für die 24cm Batterien unterschiedliche Reichweiten angegeben werden, ist von der gleichzeitigen Verwendung der 24 cm Modelle von 1891 (O.H.S. 24cm Ordonez M1891) und 1916 (O. Ac. 24 cm Ordonez M1916) auszugehen. Bei weiterem Studium der M.Dv wird deutlich, dass die Anzahl der 15cm Batterien um Palma bis 1941 weiter angestiegen ist. Die neuen Standorte von West nach Ost sind: Banco de Ibiza, Cap Cala Figuera, Punta Llobera und Carril. Zur Aufstellung gelangten Geschütze der Typen Gonzales Rueda (Schneider) und Munaiz Argüelles.[2]

Nach Beendigung des Bürgerkrieges wurden seit 1936 bestehende Planungen zur Errichtung Schwerster Seezielbatterien wieder aufgegriffen. Ab 1949 begannen Arbeiten bei Refeubeitx (An Stelle der 24cm Haubitzen) und am Cap Blanc, um dort je drei von den Schlachtschiffen Jaime I und Alfonso XIII stammende 30,5cm Vickers-Geschütze aufzustellen. Angesichts der Tatsache, dass das dritte Geschütz der Batterie Refeubeitx erst 1964 angeschossen wurde, stellt sich die Frage: Was veranlasste das spanische Militär zu einem Zeitpunkt da schwere Küstengeschütze obsolet und weltweit größtenteils entfernt waren an derartigen Kanonen festzuhalten? [3]

Zumal Schlachtschiffe, zu deren Bekämpfung derartige Kanonen geeignet erscheinen, bis auf die vier eingemotteten Einheiten der Iowa-Klasse längst aus den Listen gestrichen und verschrottet waren. (Mit Ausnahme der Schiffe, die in Häfen vertäut als „Memorial Ship“ zu besichtigen waren und sind).

Die Forts und Batteriestellungen sind heute - bis auf eine Ausnahme - ihrer Geschütze beraubt. Zwei der mächtigen 30,5cm Türme der Batterie am Cap Blanc, sind entgegen anderslautender Informationen noch immer (Stand September 2011) auf der bewaldeten Anhöhe unweit des Leuchtturmes auszumachen. Der dritte Turm ist seit 1996 als Blickfang an der Einfahrt zum Castillo de San Carlos aufgestellt. Dort bildet er zusammen mit 15 cm Kanonen des Typs Munaiz Argüelles, Gonzales Rueda und einem 6“ Modell von Vickers ein bemerkenswertes Ensemble von Küstengeschützen die einst in Standorten auf Mallorca eingesetzt waren.

 

Die Batteriestandorte in der Bucht von Palma

 

1  Banco de Ibiza 4 x 15 cm Gonzales Rueda
2  Refeubeitx 4 x 24 cm Ordonez Haubitzen / 3 x 30,5cm Vickers
3  Cala Figuera 4 x 15 cm Munaiz Argüelles
4  Fuerte Illetas 6 x 15 cm Ordonez / 4 x Munaiz Argüelles
5  Castillo de San Carlos 4 x 21 cm Haubitze
6  Fuerte Torre d’en Pau 2 x 15 cm Ordonez
7  Fuerte Enderrocat 4 x 24 cm Haubitze / 4 x 15cm Munaiz Argüelles
8  Cabo Regana 4 x 24 cm Ordonez Haubitzen
9  Punta Llobera 4 x 15 cm Munaiz Argüelles
10 Cabo Blanco 3 x 30.5 cm Vickers
11 Cala Carril 4 x 15 cm Gonzales

 

Die drei Artillerieforts bei Palma


Die durch visuelle Erkundungen mit Hilfe von Google Earth bereits bekannten Forts waren im September 2011 das Ziel einer zweitägigen Exkursion, die beim Fort von Illetas begann.

 

Fuerte Illetas

 

Das ab 1885 geplante Fort in leicht trapezförmiger Grundform (Maße etwa 280 x 110 m) ist von einem Graben umgeben, der durch drei Kaponnieren und eine Kombination aus Kaponniere und Grabenstreiche gesichert wird. Auf Front- und Flankenwall waren zehn Geschützstellungen für die damals aktuellen Kanonen des Typs Ordonez (C.H.E.de 15cm Ordonez M 1885) angelegt. Über die tatsächliche Bestückung zum Zeitpunkt der offiziellen Übergabe des Forts an das Militär - am 29.12.1904 - liegen nur widersprüchliche Angaben vor. Die bereits erwähnte deutsche Dienstvorschrift gibt für 1941 sechs Ordonez- und vier Munaiz Argüelles Kanonen an. Nach Errichtung neuer Batterien am Cap Cala Figuera verlor das Fort zunehmend an Bedeutung. Ab 1940 dienten Teile der Unterkünfte als Militärgefängnis. Seit 1997 ist die Anlage vom Militär verlassen und scheinbar dem Verfall preisgegeben.

Das ab 1885 geplante Fort in leicht trapezförmiger Grundform (Maße etwa 280 x 110 m) ist von einem Graben umgeben der durch drei Kaponnieren und eine Kombination aus Kaponniere und Grabenstreiche gesichert wird. Auf Front- und Flankenwall waren zehn Geschützstellungen für die damals aktuellen Kanonen des Typs Ordonez (C.H.E.de 15cm Ordonez M 1885) angelegt. Über die tatsächliche Bestückung zum Zeitpunkt der offiziellen Übergabe des Forts an das Militär - am 29.12.1904 - liegen nur widersprüchliche Angaben vor. Die bereits erwähnte deutsche Dienstvorschrift gibt für 1941 sechs Ordonez- und vier Munaiz Argüelles Kanonen an. Nach Errichtung neuer Batterien am Cap Cala Figuera verlor das Fort zunehmend an Bedeutung. Ab 1940 dienten Teile der Unterkünfte als Militärgefängnis. Seit 1997 ist die Anlage vom Militär verlassen und scheinbar dem Verfall preisgegeben.

Illetas ist von Palma über die Stadtautobahn in wenigen Minuten zu erreichen. Oberhalb der kleinen gepflegten Strände des Ortes schmiegen sich Hotels und Ferienwohnungen nahezu lückenlos an die ansteigenden Hänge der Küstenformation. Hier, wo jeder Quadratmeter für die touristische Erschließung genutzt wird, wirkt dieser bewaldete, scheinbar unbebaute Hügel inmitten weißer Häuser wie ein Fremdkörper. Bei genauerer Betrachtung sind dort, zwischen üppiger Vegetation, rostige Stacheldraht-Abspannungen eines typisch militärischen Annäherungshindernisses zu erkennen.

Die von der Straße abzweigende Zufahrt zum Fort ist nach einigen Metern durch ein Stahltor versperrt. Ein Umweg über die niedergetretene Stacheldrahtsperre wird nötig um wieder auf den von Postenständen gesäumten Weg zu gelangen. Als wenig später das Bruchsteinmauerwerk des Frontgrabens sichtbar wird zeigt sich der negative Aspekt des starken Bewuchses durch Buschwerk und junge Bäume; weitreichende Sichtachsen sind kaum möglich. Die etwa hundert Meter entfernt in den Graben vorspringende Kaponniere ist nicht auszumachen. Weiter bergauf mündet die Zufahrt in einen ebenen Platz vor dem Eingang zum Fort.


Die zweistöckige Grabenstreiche, die der Kontur des Artilleriewalls folgend, in eine Kaponniere im Graben übergeht, ist im rechten Winkel zum Torgebäude angeordnet. Während die Scharten der unteren Etage den Beschuss der Grabensohle ermöglichen, decken die Scharten im Obergeschoss die Brücke zum Eingang.

Haupteingang mit Grabenstreiche


Eine Pforte im zugemauerten Haupttor steht offen. Durch das nur angelehnte Stahlgitter am Ende des Durchgangs ist der Hof des Forts zugänglich. Hier oben, nur zweihundert Meter von den belebten Stränden entfernt, wähnt man sich an einem verwunschenen Ort der wie aus der Zeit gefallen zu sein scheint; ein Gefühl, das durch die hier vorherrschende Stille noch verstärkt wird. Auch im Inneren des Werkes setzt sich der Wildwuchs fort. Hof und Artilleriewall sind dermaßen mit Dorngestrüpp und Buschwerk überwuchert, dass ein mit Sandalen und Shorts bekleideter Besucher stellenweise kein Durchkommen findet. Der Rundgang im Fort offenbart die drei Ebenen des Baukörpers und interessante architektonische Details.

Die untere Ebene wird durch abschüssige Rampen und Treppen im rückwärtigen Teil des Hofes erschlossen, die zu Lichthöfen und Kasematten unterhalb des Hofniveaus führen. Der erste Lichthof ist dermaßen geräumig, dass dort zwei Unterkunftsgebäude mit flachen Satteldächern Platz finden. Weiter hinten sind vergitterte Fenster und die Zugänge zu Räumlichkeiten unter dem Hof erkennbar.

Hof mit Traversen und Treppe zum Untergeschoss

 

Von der Hof-Ebene aus sind durch weit offen stehende Torflügel die Magazine und Bereitschaftsräume in den Hohltraversen des Artilleriewalls zu begehen. Eine in der dritten Traverse beginnende stetig abfallende Poterne endet, durch spärlichen Lichteinfall aus  Gewehrscharten schummrig beleuchtet, in der Frontkaponniere.

Zwei auf halber Strecke von der Poterne abzweigende Gewölbegänge münden nach einigen Metern in die ausgemauerte Infanteriestellung, die parallel zum Frontgraben im unteren Bereich des Walles verläuft. Die obere Ebene wird von den Geschützstellungen auf dem Artilleriewall eingenommen.

Die zwischen den Traversen geschützt angeordneten Plattformen sind vom Hof aus über Steintreppen und Stahlstiegen zu besteigen. Vier Positionen des Front- und zwei des Flankenwalls befinden sich noch im Zustand wie zur Erbauung des Forts, geeignet zur Aufstellung von 15cm Ordonez  Kanonen M 1885. Die ersten vier Stellungen der Front wurden zu einem späteren Zeitpunkt zur Aufnahme der ab 1903 gefertigten Kanonen des Typs Munaiz Argüelles (Canon Ac.de 15cm T.r. L/45) abgeändert. Die noch vorhandenen Stahlplattformen mit den markanten Tellerfederhalterungen - die der Befestigung des Schutzschildes dienten - lassen sich eindeutig dem genannten Geschütztyp zuordnen. Links der Plattform endet hinter der tarnfarbenen Stahlklappe der in einem Gang der  Traverse aufgebaute Munitionsaufzug. Das hinter dem Geschützstandort stehende Gestell diente wohl der Lagerung der Treibladungsbehälter. Die höchste Erhebung des Forts nimmt ein 1946 auf der Traverse zwischen den ersten beiden Stellungen erbauter Peilstand ein. Beim Blick durch den Sehschlitz lag einst die gesamte Bucht von Palma wie ein Panorama ausgebreitet vor dem Auge des Betrachters. Die gegenwärtige Aussicht ist durch Baumkronen massiv eingeschränkt.


Licht am Ende des Tunnels - Haupthohlgang zur Frontkaponniere
 
 
Geschützstand mit Resten einer Munaiz Argüelles Kanone

 

Zugangsbrücke mit Grabenstreiche und Kaponniere


Der Rundgang endete auf dem Dach des Torgebäudes, von dem aus die Verteidigungspositionen des Grabens gemeinsam auf einem Foto abzubilden waren.

Zusammenfassend bleibt festzustellen: Eine schon wegen des Erhaltungszustandes wirklich sehenswerte Anlage. Vandalismus und Graffitos bewegen sich derzeit noch im erträglichen Bereich. Die Zugänglichkeit ist nach Nichtbeachtung der üblichen Verbote problemlos möglich.


Abschließend zwei Tipps für Besucher:

Der rückwärtige Zugang zum Fort scheint bequemer zu sein. Zwei gegen Ende meines Besuchs aus dieser Richtung kommende Radfahrer lassen diesen Schluss zu. Trotz sommerlicher Temperaturen sollte beim Besuch des Forts auf eine strapazierfähige lange Hose und festes Schuhwerk nicht verzichtet werden. Auch die Mag-Lite, die wohlverwahrt in Recklinghausen lag, wäre in den Poternen sehr von Nutzen gewesen.

Das Fort von Col d’en Rebassa (Torre d’en Pau)
 

 


Das seit 1885 geplante und 1898 fertiggestellte Fort ist auf einem Küstenvorsprung platziert der davor schon mit einem Turm und einer Batteriestellung bebaut war. Das trapezförmige Werk mit acht Kanonenstellungen (Maße etwa 180 x 110m) ist von einem trockenen Graben umgeben und durch drei Kaponnieren gesichert. Auch dieses Fort verlor durch neu aufgestellte Batterien schnell an Bedeutung. 1941 sollen nur noch zwei 15cm Ordonez Kanonen vor Ort gewesen sein. Modernisierungen sind zu keiner Zeit vorgenommen worden. Als das Militär die Anlage nach fast hundertjähriger Nutzung aufgab, übernahm die Stadt Palma das Areal. Nach nur marginalen Eingriffen in die Bausubstanz steht das Fort - in einen Stadtpark umgewidmet - interessierten Besuchern offen.

Bei der Suche nach dem Fort kann man sich gut am Flughafen von Mallorca orientieren. Kurz vor der Abflugschneise, dort wo startende Flugzeuge die Küste überfliegen, liegt auf einem kleinen Landvorsprung von Wohnhäusern umbaut das gesuchte Bauwerk. Architektonische Ähnlichkeiten mit dem Fort von Illetas die gleich im Torbereich auffallen, deuten auf die  zeitgleiche Entstehungszeit beider Werke hin.

Die Umbauten im Innern beschränken sich auf Maßnahmen zur Umsetzung des neuen Nutzugskonzepts. Es finden sich Spielplätze und Ruhezonen wo ehemals Kanonen aufgestellt waren. Die vielen Pforten und Zugänge die Fort Illetas so interessant machen findet man hier - aus Sicherheitsgründen - vermauert vor. Dafür sind Grabensohle und Kaponnieren von Bewuchs freigehalten.

Die Einschüsse im Mauerwerk von zwei Kaponnieren lassen vermuten, dass der Fortgraben zeitweise als Schießstand genutzt wurde.

Fazit: Ebenfalls ein beachtliches Bauwerk, das mühelos aufzufinden und zu erkunden ist.

 

 

 

 

Fuerte Enderrocat
 
 
 

 

Das am felsigen Cap Endrerrocat erbaute Fort ist mit einer Ausdehnung von 300 x 200m das größte der Forts bei Palma. Die abweichende Grundform und einige bauliche Besonderheiten, die durch die Lage auf einem zum Meer hin abfallenden Felsvorsprung bedingt sind, machen diese Anlage so einzigartig. Auch die artilleristische Ausstattung ist umfangreicher als bei den Forts zuvor. Insgesamt zwölf Positionen für Kanonen und Haubitzen sind auf der Oberfläche verteilt. Die deutsche Dienstvorschrift von 1941 listet unter Fort Enderrocat vier 15cm Kanonen und vier 24cm Haubitzen. (Über die Armierung der nahegelegenen Bateria Alfonso XIII sind keine Angaben verfügbar) Besondere Baumaßnahmen wurden in Bezug auf die Sturmfreiheit des Forts nötig. Der Hauptgraben verläuft von einer Eck-Kaponniere aus in zwei Richtungen hinab zum Meer. Bedingt durch das Gefälle ist ein Beschuss aus der Kaponniere nur bis zu Absätzen möglich, von denen aus der Grabenverlauf weiter abfällt.


Ansicht des Haupttores - Links ist die Grabenstreiche mit dem Diamantgraben unterhalb des Grabenniveaus erkennbar


An diesen Absätzen sind unter der Grabensohle Hohlgänge angelegt, aus deren Scharten der Graben bis zum nächsten Absatz mit kleinem Geschütz und Infanteriewaffen bestrichen werden kann. Zur Seeseite hin werden die Geschützstellungen von einer weiteren Grabenstellung umschlossen. Die Gebäude im Kehlbereich der Anlage sind wegen der Garnisonsstärke umfangreicher als sonst. Dort wo Architektur sichtbar wird - besonders im Torbereich - finden sich etwas verspielt wirkende Türmchen und Zinnenkränze. Nachdem das Fort als Artilleriestandort entbehrlich und die Geschütze entfernt worden waren, nutzte man das Areal anderweitig. (Fotos im Internet zeigen Infanteristen die sich in den Fortgraben abseilen) Nach Abzug letzter Wachmannschaften und kurzzeitigem Leerstand erwarb der Architekt Antonio Obrador das Militärgelände. Seit dem Abschluss der mehrjährigen Umbauphase - bei der größter Wert auf die Erhaltung vorhandener Strukturen und Gebäude gelegt wurde - steht das ehemalige Fort als „Hotel Cap Rocat“ solventen Gästen offen.


Das Hotel Cap Rocat [5] aufzufinden fällt leicht. Die nach der Ausfahrt 13 der Autobahn Ma -  19 befahrene Ma - 6014 wird bei Cala Blava in Richtung Cap Enderrocat verlassen. Der eingeschlagene Weg führt bis zur Zufahrt zum Hotel.


Wenn man den Schildern, die nur Gästen und Personal die Weiterfahrt gestatten keine Beachtung schenkt endet die Fahrt vor dem Haupteingang des weitläufig umzäunten Geländes. Wider Erwarten glitt das Gittertor bei meiner Ankunft langsam zur Seite; ich konnte einfahren und das Auto bei der Pförtnerloge abstellen. Der mit einer Art Sari bekleidete freundliche junge Mann, der mir geöffnet hatte, gab bereitwillig Auskunft. Wie es scheint ist das Personal auch hinsichtlich der Historie des Bauwerks geschult. So wurde mir erklärt, dass die Gäste des Hotels in den Gebäuden einer ehemaligen Festung des 19. Jahrhunderts beherbergt würden. Obwohl ich mich mehr als Festungsfreund denn als künftiger Gast zu erkennen gab, bekam ich dennoch das Faltblatt mit dem Grundriss der Anlage überreicht, das neu angereisten Gästen die Orientierung in dem unübersichtlichen Bauwerk erleichtern soll. [6] arauf ist zu entnehmen, dass die luxuriösen Suiten in den Traversen der Geschützstellungen eingerichtet sind. Bis auf ein Foto der in den Fels geschnittenen Zufahrt zum Haupttor konnte der Pförtner  keine weiteren Fotos erlauben. Die Intimsphäre der Gäste sollte unbedingt gewahrt bleiben. (Foto19) So harrt also das Hotel - Fort am Cap Enderrocat der Beschreibung durch einen betuchten Festungsfreund, der in der Lage ist die geforderte Summe für eine Suite aufzubringen. Oder, besser noch: Die Interfest bucht das Hotel zum Sonderpreis für eine der nächsten Jahresversammlungen.

Das Beste kommt zum Schluss ….

Da nach der gescheiterten Besichtigung am Cap Enderro-cat noch reichlich Zeit zur Verfügung stand, bot sich für den Rückweg die Route längs der Küste in Richtung Cap Blanc an. Das auf halber Strecke rechts der Straße gelegene Gelände der 24 cm Batterie am Cap Regana ist vom jetzigen Besitzer dermaßen mit Verbotsschildern gespickt, dass auf die geplante Erkundung vorsichtshalber verzichtet wurde. Als wenig später auf der bewaldeten Anhöhe vor Cap Blanc ein Geschützturm und kurz darauf ein Loch in der Umzäunung auszumachen war, ignorierte ich alle Verbote, schlüpfte durch, und kann jetzt der Fotoserie die ich vor Jahren mit einer 2MP-Kamera gemacht hatte, etliche 16MP-Fotos hinzufügen. Für die Bewertung der Sehenswürdigkeit der Bateria Cabo Blanco ist die von manchen Karten-Werken bekannte Umschreibung „Einen Umweg wert“ genau richtig. Es fragt sich nur: Wie lange noch?



Quellen

[1] Jäger, Herbert: Die Felsenbatterie am Plaja de Palma auf Mallorca. Bild (12) Die spanischen Batterien 1941 auf Mallorca. (Aus M.Dv. Nr.902/a Geheim!). Fortifikation, Ausg.12
[2] http://perso.wanadoo.es/padron/artilleria/ GRAN ATLAS DE LA ARTILLERIA ESPANOLA
[3] Garcia Diaz, Miguel: Los Canones Vickers de 305/50mm. Historia Militar (Ausg. Okt. 2005)
[4] Nunez, Jesus: La antigua Artilleria de Costa.  Armas (Ausg.?)
[5]  www.caprocat.com/de/index/eine-traumwelt (Hotel Cap Rocat)
[6]  Foto 17: perso.wanadoo.es/marcoconde (Abbildung der Grabenstreiche)




Jetzt weiter südlich ausgerichtet - 30,5cm Turm der Bateria Cabo Blanco

 

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