interfest.de
  • Zitadelle Spandau, Berlin
  • Fort Gorgast, Kaserne, Brandenburg
  • k.u.k. Fort Gorazda, Kehlseite, Montenegro
  • Ehemalige Batterie Boutelle, San Francisco, USA
  • Artilleriewerk Opera 7 des Vallo Alpino, Monte Croce Comelico, Sbarramento Alto Padola Cresta di Vallorera, Karnische Alpen, Italien
  • Erhaltene Fassade des nach 1945 gesprengten Flakturmes im Humboldthain, Berlin
  • 38,1 cm Kanone der 43. Batería Punta Paloma Alta, Tarifa, Spanien
  • Postazione M2 des neuen Vallo Alpino, Passo di Tanamea, Italien
  • Bogendeckung für Kampfflugzeuge auf dem ehemaligen sowjetischen Flugplatz Brand, Brandenburg

Armierungsstellung - zwischen Reben, Wald und Rüben

Text und Bilder: Andreas Scherer

Zu Beginn des Ersten Weltkriegs war die Festung Germersheim eine minder wichtige Anlage und wurde gemäß der A.K.O. vom 8. Dezember 1886 nicht gegen den Beschuss mit Brisanzgranaten verstärkt. Außerdem wurde aus Kostengründen ein zweiter, weiter entfernter Fortgürtel nicht gebaut. Nach dem Sieg im französisch-deutschen Krieg 1870/71 war die Festung in die zweite Reihe „zurückgetreten“.

Dennoch sollte sie im Falle eines Krieges einige ihrer ursprünglichen Aufgaben erfüllen: Sicherung des Rheinübergangs sowie sicherer Rückzugsort und Depotplatz. Daher wurde ein Armierungsplan für Germersheim erstellt, der den Bau einer vorgezogenen Verteidigungsstellung vorsah. Dieser Plan wurde bis zum Jahr 1914 immer wieder angepasst.

Als der Krieg ausbrach, wurde die Stellungslinie in einem Halbkreis auf der linksrheinischen Seite errichtet. Die Stellungslinie begann im Norden bei Mechtersheim, zog sich über Westheim und Bellheim bis nach Hördt im Süden. Sie hatte eine Ausdehnung von 30 Kilometern. Einzelne strategische Punkte wie der Bollenberg nordwestlich von Rülzheim oder der Bahnhof Bellheim waren besonders stark befestigt. Die Armierungsstellung bestand aus 58 Anlagen, 30 Infanterieräumen und 28 Munitionsräumen. Einige Stützpunkte erhielten betonierte Unterstände, andere solche aus Holz. Auf der rechtsrheinischen Seite wurden keine Werke angelegt. Viele Stützpunkte verfielen bereits während des Krieges wieder. Die Armierungsstellung wurde nie angegriffen, die Front war weit weg in Frankreich, weswegen man kaum in die Erhaltung investierte.

Heute haben sich daher nur wenige Reste erhalten. Die Stellungen aus Holz sind komplett verschwunden. In den Feldern finden sich noch einige Gehölzinseln mit vereinzelten Betontrümmern, wo einst Stellungen sich befanden.



Am besten haben die Stellungen im Wald die Zeiten überdauert. Drei Anlagen im Bellheimer Wald sind noch weitgehend intakt. Die Wälle und Gräben sind gut im Gelände erkennbar, betonierte Untertreträume meist erhalten, wenn auch nicht mehr alle ganz vollständig sind. So kann man sich vor Ort noch ein zutreffendes Bild von den Armierungsstellungen um Germersheim machen.

Wer Interesse hat, diese Stellungen selbst in Augenschein zu nehmen, der kann dies z.B. beim nächsten Jahrestreffen der Interfest tun, das vom 22. bis 25. Mai 2014 in Germersheim stattfindet. Der Autor bietet am Sonntag im Anschluss an das offizielle Programm eine Führung zu diesen von ihm ausgiebig erkundeten Stellungen an.

Die hier gezeigten Bilder des Autors sollen die Neugierde wecken an einer weniger bekannten Facetten der Festung Germersheim. Außerdem passt dies gut zu den vielen Veranstaltungen, die an den Beginn des Ersten Weltkriegs vor 100 Jahren erinnern.








INTERFEST-Jahrestagung 2017
29.04. - 30.04. in Koblenz
Einladung
Anmeldung
05.03.2017 - Gotha
Bunker am Geizenberg
meinAnzeiger.de
17.02.2017 - Landau
Landauer Festung unter Denkmalschutz
mrn-news
17.02.2017 - Berlin
Abriss Bunker im Tiergarten
tagesspiegel
17.02.2017 - Ludwigshafen
Bunker wird Museum
morgenweb
12.02.2017 - Dresden
Festung zum Publikumsmagnet
Dresdner neueste Nachrichten
15.01.2017 - Luzern
Schutzanlage für 20.000 Personen
swissinfo