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  • Zitadelle Spandau, Berlin
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  • Artilleriewerk Opera 7 des Vallo Alpino, Monte Croce Comelico, Sbarramento Alto Padola Cresta di Vallorera, Karnische Alpen, Italien
  • Erhaltene Fassade des nach 1945 gesprengten Flakturmes im Humboldthain, Berlin
  • 38,1 cm Kanone der 43. Batería Punta Paloma Alta, Tarifa, Spanien
  • Postazione M2 des neuen Vallo Alpino, Passo di Tanamea, Italien
  • Bogendeckung für Kampfflugzeuge auf dem ehemaligen sowjetischen Flugplatz Brand, Brandenburg

Gulasch, Knödel und tschechisches Bier – eine Erkundung des Tschechoslowakischen Walls

Text und Bilder: Candy Liske

Am 27.09.2014 war es endlich wieder so weit. Zwölf Abenteuerlustige aus dem Großraum Brandenburg-Berlin-Sachsen folgten dem Ruf des Stahlbetons und machten sich auf den Weg nach Tschechien. Es stand eine Woche tschechischer Beton auf dem Plan.

Da die Tschechen damals viele tausende Bunker gebaut haben, musste im Vorfeld der Reise die Lage des Quartiers festgelegt werden, um somit einen günstigen Ausgangspunkt für unsere Erkundungen zu haben. Nach dem Studium des Buches „Der Tschechoslowakische Wall“ kam nur das Adlergebirge in Frage, da hier der am stärksten ausgebaute Teil des Walls vorhanden ist. Als Unterkunft konnte ein Ferienhaus in Rokytnice v Orlických horách mit Zapfanlage angemietet werden. Bei der Ermittlung der Koordinaten für die einzelnen Bauten halfen verschiedene tschechische Webseiten.


Auf dem Plan für die Woche standen die Werkgruppen Bouda (Baudenkoppe), Hurka (Berghöhe), Hanicka und Dobrosov. Des Weiteren wurden dann im Umfeld der Werkgruppen die leichten und schweren Befestigungen, unter anderem auch das K-S-14 Museum bei Kraliky (Grulich), besichtigt.

Die Werkgruppe Bouda (Baudenkoppe) stand als erstes auf dem Programm. Die Führung wurde leider nur in tschechischer Sprache angeboten, aber es gab eine in deutscher Sprache verfasste Zusammenfassung der wichtigsten Daten zur Werkgruppe. Danach wurde die Umgebung erkundet. Hierbei konnten einige leichte Bunker der Baureihe 37 in verschiedenen Ausführungen begangen und abgelichtet werden. Das Ganze wurde aufgelockert mit einigen schweren selbstständigen Anlagen. Diese wiesen zum Teil schwere Beschädigungen auf. Zu vielen Bunkern gibt es Schautafeln, die Informationen zu den Bauwerken und auch Übersichtskarten des Gebietes für den Bunkerfreund bereithalten. Die Karten zeigen neben den Standorten und Bezeichnungen der Bunker auch die Wirkungsbereiche der Waffen.

Bild 1: Eingangsbauwerk der Werkgruppe Bouda (Baudenkoppe) Bild 2 Ein auf der Seite liegender A-180 der Baureihe 37

Der Montag sollte uns wieder ins Grulicher Festungsgebiet führen. Die Werkgruppe Hurka (Berghöhe) sollte besichtigt werden. Da wir die Anreise mit einem großen Zeitpuffer geplant hatten, konnten wir uns auf der anderen Straßenseite einen Bunker der Baureihe 37 in der Ausführung B2-90 anschauen. Nach Rückkehr zum Eingangsbauwerk der Werkgruppe mussten wir feststellen, dass „Ruhetag“ war. Wir zogen den Geländeteil vor, der unterirdische Teil sollte an einem anderen Tag nachgeholt werden und so erkundeten wir die oberirdischen Anlagen der Werkgruppe. Auch hier gab es wieder die teilweisen schweren Beschädigungen der Bunker durch die Beschussversuche der deutschen Wehrmacht.

Bild 3 Ein B2-90 mir Frontalscharte in der Nähe der Werkgruppe HurkaBild 4 Die Artilleriekasematte K-Bg-S 11 der Werkgruppe Hurka

Am nächsten Tag verschlug es uns zur Werkgruppe Hanicka. Da wartete zwar keine Führung auf uns, denn es war an diesem Tag nicht geöffnet, sondern ein fordernder Aufstieg. Wir erkundeten die oberirdischen Anlagen der Werkgruppe und auch die nähere Umgebung mit ihren leichten und schweren Stahlbetonbauten.

Der Mittwoch brach an und es ging zum zweiten Mal zur Werkgruppe Hurka. Dort nahmen wir an einer in tschechischer Sprache geführten Führung teil. Leider gab es diesmal keine Handreichung in deutscher Sprache. Somit konnten wir nur interessiert den Ausführungen lauschen und den Blick schweifen lassen.

Im Anschluss an die Führung in der Werkgruppe Hurka verlegten wir zum K-S 14, welches sich in der Nähe befindet. Dort fanden wir ein sehr gut hergerichtetes Betonbauwerk vor. Das Museum ist sehr schön eingerichtet und für den deutschsprachigen Gast gibt es auch eine Beschreibung der einzelnen „Stationen“ in deutscher Sprache.

Bild 5 Das hergerichtete Museum K-S 14

Nach einer ausgiebigen Nachbesprechung am Abend ging es am nächsten Morgen in Richtung Nachod. Dort befindet sich die Werkgruppe Dobrosov. Diese Werkgruppe konnte mit einer in deutscher Sprache verfasster Zusammenstellung der wichtigsten Informationen selbständig in Teilen erkundet werden. Der Einstieg erfolgt über das Artilleriewerk N-S 75 „Zeleny“ und der Ausstieg erfolgt über das Infanteriewerk N-S 72 „Mustek“. Dazwischen liegen mehrere zu überwindende Höhen- und Laufmeter. Zu sehen gibt es ein Hohlgangsystem in verschiedenen Ausbaustadien und verschiedene Säle und Kammern.

Bild 6 Werkgruppe Dobrosov - über die Kasematte erfolgt der Einstieg Bild 7 Werkgruppe Dobrosov - im Hohlgangsystem

Am Freitag sollten uns die ersten beiden Abenteurer verlassen. Deshalb fuhren wir zum Kaffeetrinken und zum Abschiednehmen nach Zamberk. Danach fuhr die eine Gruppe in Richtung Heimat und die andere in Richtung Hanicka. Dort besichtigten wir mehrere südlich der Straße 319 gelegene selbstständige schwere Werke und die dazwischen liegenden leichten Bunker.

Quellen:

  • - Fortifikation Ausgabe 15
  • - Fortifikation Ausgabe 16
  • - Der Tschechoslowakische Wall; Rabon, Svoboda, Vancura, Blum, ISBN 80-901580-4-8

Webseiten:

www.ropiky.net/ Datenbank der leichten Befestigungsanlagen, GPS-Koordinaten
www.opevneni.cz/ Datenbank der schweren Befestigungsanlagen, teilweise auch 3D-Modelle, GPS-Koordinaten
www.boudamuseum.com Seite des Museums der Werkgruppe Bouda und Hurka
www.hanicka.cz/ Seite zum Museum der Werkgruppe Hanicka

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